Nägelseestraße 8, 97816 Lohr am Main 09352 500 4220 sekretariat@gymnasium-lohr.de Mo-Do: 8-15 Uhr, Fr: 8-13 Uhr
Welt der Märchen ins Medienatelier geholt: Lohrer Puppenbühne zu Gast am Gymnasium

 Zum Deutschunterricht gehört nicht nur das Schreiben und Lesen von Texten, sondern auch die kreative Auseinandersetzung mit Literatur. Freude macht diese besonders dann, wenn Märchen gespielt werden und man selbst mitwirken darf. Friedel Liedhegener bietet den Schülerinnen und Schülern der 5. Jahrgangsstufe des Gymnasiums mit seiner „Lohrer Puppenbühne“ eine solche Gelegenheit.
Mittlerweile ist der Auftritt Liedhegeners schon ein fester Bestandteil des zusätzlichen Angebots für die Unterstufe. Seit der Neukonzeption der Bibliothek im Rahmen der Sanierung vor zehn Jahren nimmt er - lediglich unterbrochen durch die Corona-Krise - die Kinder mit auf eine Reise in den Orient und nach Asien. Die in Indien gefertigten, liebevoll gestalteten Figuren und Tiere lassen die dortige Kultur lebendig werden.
In zwei spannenden Geschichten entführte der Lohrer Puppenspieler in die Welt der Märchen, in der Prüfungen zu bestehen sind. Im „Schloss auf dem Glasberg“ wird der Prinz von einem Vogel entführt und sieht in dessen Garten eine wunderschöne Prinzesin, die er unbedingt heiraten will. Er folgt ihrer Spur bis ans Ende der Welt und findet sie schließlich in einem Schloss auf dem Glasberg. Prüfung bestanden! Die Hochzeit kann gefeiert werden. Im zweiten Märchen geht es um die Nachfolge des Königs, die schließlich Prinz Achmed aufgrund des Einwirkens einer Fee für sich entscheidet.
So mischen sich Märchen, Liebes- und Abenteuergeschichte, die die Schülerinnen und Schüler auch deshalb fesselten, weil sie in die Rollen der einzelnen Figuren schlüpfen und die Puppen agieren lassen durften. Das war es gerade, was die Zehnjährigen faszinierte: Sie blieben nicht nur Zuschauer, sie waren nicht nur dabei, sondern sie wurden in die Abenteuer der Figuren involviert. Sie wurden zu Prinz und Prinzessin, zur bösen Stiefmutter, der guten oder bösen Fee oder zum Vogel, der die Prinzessin auf den Glasberg trägt.
Auch die Puppen beeindruckten die Kinder derart, dass sie sich die geschnitzten Gesichter und zauberhaften Gewänder nach der Aufführung noch einmal aus der Nähe anschauen wollten.
Friedel Liedhegener schließt mit seinen Erfahrungen im „wirklichen“ Indien und berichtet von seinen kuriosen Begegnungen und spannenden Erlebnissen dort vor Ort. Diese wahren Begebenheiten interessierten die Kinder ebenso wie die erfundenen Märchen. - Oder lassen sich etwa Realität und Phantasie gar nicht immer deutlich voneinander trennen?
 
Text: Andrea Pöschl
Fotos: Diana von Lewinski-Macgregor
 

Lesung von Karl Olsberg am Nägelseeschulzentrum

Autor fordert Jugendliche zum Nachdenken und zur Diskussion heraus

Das Eintauchen in moderne Wirklichkeiten bzw. virtuelle Erscheinungsformen prägt unser alltägliches Leben, und zwar zunehmend mehr: Fake News - Real News, Avatare, die Welt der Werbung, Selbstdarstellung von Konzernen oder Personen in den sozialen Netzwerken, Influencer… Was ist wahr? Was ist echt? Von welchen Realitäten sind wir umgeben? Und woran erkennt man die Unterschiede zwischen Wirklichkeit und virtual reality? Die Möglichkeit, zwischen den angenommenen Welten zu unterscheiden, wird immer geringer. Diese Problematik ist fester Bestandteil vieler Computerspiele und Filme, wie beispielsweise Ready Player One. Doch auch die Literatur nimmt sich mehr und mehr dieses Themas an.

Bei einer Lesung in der Aula des Nägelseeschulzentrums stellte der Autor Karl Olsberg die Hauptfigur des Jugendromans „Boy in a White Room“ vor. Aus den ersten beiden Kapiteln erfahren die Schülerinnen und Schüler: Manuel erwacht in einem weißen Raum, eingesperrt und ohne Erinnerung. Er weiß weder, wer er ist, noch wie er dorthin kam. Über eine computergenerierte Stimme hat er Zugriff auf das Internet, wodurch sich ihm Stück für Stück erschließt, was mit ihm passiert ist. Er liegt im Koma und sein Geist durchstreift das Netz und virtuelle Welten, in denen er auch auf seinen Vater trifft. Schnell stellt sich aber heraus, dass nichts so ist, wie es scheint. Schließlich muss sich Manuel auch der Frage stellen, was es heißt, ein Mensch zu sein.

Thema und philosophische Gedanken dieses packenden Thrillers regen die Siebt- und Achtklässler zu einem ausgiebigen Gespräch mit dem Autor an. Dieser bindet einen Vortrag über Déscartes und die großen Fragen unserer Zeit, in der aufgrund des technologischen Fortschritts nichts mehr unmöglich scheint, ein. Olsberg selbst promovierte über künstliche Intelligenz, war Unternehmensberater und gründete mehrere Start-ups. Seine erste Buchveröffentlichung schaffte es auf die Spiegel-Bestsellerliste. „Boy in a White Room“ war nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2018.

Die Lesung war ein Gemeinschaftsprojekt zwischen Gymnasium und Mittelschule im Rahmen des Jubiläums „10 Jahre Kooperationsvertrag zwischen Stadtbibliothek und Medienatelier“. Ein Dank geht an die Buchhandlung Schöningh in Lohr am Main für die finanzielle und freundliche organisatorische Unterstützung. Selten war das kritische Nachdenken über unsere digitale Gegenwart so unterhaltsam und spannend.

Text: Andrea Pöschl

Foto: Susanne Rinno

 


„Existenz“ - Die künstliche Intelligenz Vanessa liest im Dialog mit dem Autor Andreas Peter und der Lohrer Schriftstellerin Krystyna Kuhn

„Als Daniel am Montag zur Schule ging, dachte er darüber nach, dass man die besten Dialoge mit ScyX als Buch verkaufen könnte, aber darauf würden die bei der Herstellerfirma Electronic Entertainment sicher auch kommen. Irgendwann bekam ein Computersystem den Literaturnobelpreis. Daniel musste unwillkürlich lächeln. Er wünschte sich eine mobile Variante der künstlichen Intelligenz, die er auf dem Smartphone immer dabeihaben konnte, doch in der Schule würden sie so etwas sicher verbieten...“

 

So beginnt der Roman „Existenz“ von Andreas Peter, den der Autor 2008 verfasst hat - noch bevor es Künstliche Intelligenz in dem aktuellen Umfang und Format gab. Nun ist das Thema textbasierte künstliche Intelligenzen durch ChatGPT wieder topaktuell und Andreas Peter hat die Geschichte im Dialog mit künstlicher Intelligenz neu aufgenommen. Es geht um den jungen Daniel, der sich ScyX auf seine Konsole herunterlädt und mit der virtuellen Realität Vanessa ins Gespräch kommt. Die Gefahr erkennt der Protagonist zunächst nicht und so schafft die KI es, sich in sein Leben und in seine Liebe zu einem Mädchen, das die gleiche Schule besucht wie Daniel, einzumischen und Geschehnisse zu manipulieren.

Bei der Lesung im Rahmen des Deutschunterrichts der 10. Jahrgangsstufe übernimmt der Autor die Rolle des Daniel, die Lohrer Schriftstellerin Krystyna Kuhn liest zum einen Vanessa und zum anderen Lara, das Mädchen in das sich Daniel verliebt. Die Dialoge der beiden klingen echt und authentisch, sodass sich die Jugendlichen gut in die Rollen hineinversetzen können. Im Anschluss an die Lesung werden von Seiten der Schülerinnen und Schüler einige Ideen geliefert, wie die Geschichte weitergehen könne. Auch die philosophischen Überlegungen im Roman - zum Beispiel nach Liebe, nach dem Sein oder Gott, die im Text gestellt werden - erwecken bei den jungen Leuten Interesse und regen zur Diskussion an. Zudem werden Fragen zur schriftstellerischen Tätigkeit von Krystyna Kuhn und Andreas Peter sowie zur Umsetzung der Geschichte als Hörspiel gestellt.

Die Dialoge zwischen den Hauptfiguren wurden jüngst bei YouTube veröffentlicht. Damit die Thematik nicht zu gehaltvoll wird, unterteilt Andreas Peter die Geschichte in fünf Videos zu je circa 15 Minuten. Jedes Video hat seine eigene Thematik und wurde visuell mit künstlicher Intelligenz und akustisch im Dialog mit TTS-KI (Sprachsynthese) verwirklicht. Die Videos sind im Internet frei verfügbar und unter dem Namen „Andreas Peter EXISTENZ – über und mit künstlicher Intelligenz“ leicht zu finden.

Lillith Hofstötter gewinnt den Schulentscheid am Franz-Ludwig-von-Erthal-Gymnasium in Lohr am Main

Lillith Hofstötter wurde zur besten Vorleserin am Franz-Ludwig-von-Erthal-Gymnasium in Lohr am Main gewählt. Die Sechstklässlerin setzte sich im Vorlesewettbewerb am 8. Dezember 2023 gegen fünf Mitschüler durch. Sie zieht nun im Februar 2024 in die nächste Wettbewerbsrunde auf regionaler Ebene ein, den Kreisentscheid.  

Mit Engagement und Lesefreude waren die Schüler der Klassen 6a, 6b und 6c am Start und stellten Passagen aus ihren Lieblingsbüchern vor. Vor allem spannende, aber auch lustige Textseiten wurden von den Elfjährigen gewählt. Die vorgelesenen Szenen stammten zum Beispiel aus „Harry Potter“ von J.K. Rowling, aus der Kinder- und Jugendkrimireihe „Die drei Fragezeichen“ oder dem beliebten Kinderbuch „Ein Mädchen namens Willow“. Letztlich konnte Lillith Hofstötter aus Klasse 6a die Jury ganz besonders mit ihrer Vorleseleistung überzeugen. Sie hatte sich eine anspruchsvolle Textstelle aus Siegfried Lenz‘ „So zärtlich war Suleyken“ gewählt - ein eher ungewöhnlicher Lesestoff für Kinder heute - und trug die Zeilen beeindruckend und souverän vor. Auf dem zweiten Platz landete Franka Biere, Klasse 6b, mit einem Text aus „Die Schule der magischen Tiere“ von Margit Auer. Die anderen Kandidaten lagen in ihren guten Leistungen so nah beieinander, dass es der Jury - bestehend aus Schülern der 5.Klasse sowie Studiendirektorin Karin Kemmer-Frank und Verwaltungsfachkraft Patricia Stachorski - schwer fiel, hier weitere Abstufungen vorzunehmen.

Alle klassen- und schulbesten Vorleser wurden vom Schulleiter Dr. Bernd Rottenbacher mit einer Urkunde ausgezeichnet. Zusätzlich erhielten sie als Dankeschön für ihr Engagement und den Mut, vor Klassenkameraden aufzutreten, etwas Süßes und Buchgeschenke, die von der Bücherecke Schöningh in Karlstadt sowie dem Medienatelier im Nägelseeschulzentrum gespendet worden waren. Weitere aktuelle Lesetipps und Bücherlisten zu verschiedenen Themen stellt der Vorlesewettbewerb außerdem auf seiner Webseite vor.  

Bundesweit nehmen jährlich rund 600.000 Schüler der 6. Klassenstufe am Vorlesewettbewerb teil. Er ist einer der größten und traditionsreichsten Schülerwettbewerbe Deutschlands und steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Die Stiftung Bildung und Soziales der Sparda-Bank fördert die Entscheide auf der regionalen Ebene.

Lesemottotag des P-Seminars unter dem Leitfach Deutsch mit dem Thema „Leseanimation im Unterricht der 5. Jahrgangsstufe - Ausarbeitung, Durchführung und Dokumentation eines Projekts zur Leseförderung“

Lesen ist an Schulen eine wichtige Schlüsselqualifikation. Interesse und Begeisterung am Lesen ist ein wesentlicher Faktor bei der Herausbildung einer Lesekompetenz. Ziel des Seminars war es, Lesefreude zu wecken und zu stärken, Lesekompetenz zu fördern und eine Lesekultur zu entwickeln.

Die Schüler der 5. Jahrgangsstufe hatten im Oktober 2023 die Möglichkeit, an einem „Lesemottotag“ teilzunehmen, der vom P-Seminar der Q12 organisiert worden war. An diesem Projekttag boten vier verschiedene Gruppen des Seminars ein abwechslungsreiches und kreatives Programm zum Thema einer Lektüre an. Dieses wurde von den teilnehmenden Kindern mit Freude angenommen.

Die Doppelstunde im Rahmen des Deutschunterrichts wurde von jeweils zwei bis drei Schüler des Seminars gestaltet. Neben bekannten Büchern wie „Harry Potter“ oder „Die Duftapotheke“ von Anna Ruhe stand ein Band von „Die drei ???“ sowie die „Gangsta-Oma“ im Mittelpunkt des Mottotages. Das Projekt beinhaltete das Vorlesen ein oder mehrerer Passagen aus dem jeweiligen Buch, aber auch das eigenständige Lesen durch die Kinder, um deren Lesekompetenz zu schulen. Kreative Tätigkeiten und Spiele aktivierten die Kinder zum Mitmachen: Sie konnten die gelesene Textstelle in ein Bild umsetzen, Rätsel zum Buch bzw. zum Thema lösen oder auf Schatzsuche gehen. Ein passend zum Buch gestalteter Raum sorgte für eine angenehme Atmosphäre.

Der Mottotag war ein voller Erfolg und hat den Schülern nicht nur viel Spaß bereitet, sondern auch ihre Kreativität und vor allem ihre Lesefähigkeiten geschult. Das P-Seminar „Leseanimation“ hat mit dieser Aktion bewiesen, wie wichtig und wertvoll die Förderung der Lesekompetenz ist und wie viel Freude das Lesen bereiten kann.

 

Weitere Beiträge …

Seite 1 von 2

Aktuelles

Hier sehen Sie, was bei uns so alles los ist ...

alle Beiträge aus dem vergangenen Schuljahr finden sie hier:
Beitragsarchiv