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„Existenz“ - Die künstliche Intelligenz Vanessa liest im Dialog mit dem Autor Andreas Peter und der Lohrer Schriftstellerin Krystyna Kuhn

„Als Daniel am Montag zur Schule ging, dachte er darüber nach, dass man die besten Dialoge mit ScyX als Buch verkaufen könnte, aber darauf würden die bei der Herstellerfirma Electronic Entertainment sicher auch kommen. Irgendwann bekam ein Computersystem den Literaturnobelpreis. Daniel musste unwillkürlich lächeln. Er wünschte sich eine mobile Variante der künstlichen Intelligenz, die er auf dem Smartphone immer dabeihaben konnte, doch in der Schule würden sie so etwas sicher verbieten...“

 

So beginnt der Roman „Existenz“ von Andreas Peter, den der Autor 2008 verfasst hat - noch bevor es Künstliche Intelligenz in dem aktuellen Umfang und Format gab. Nun ist das Thema textbasierte künstliche Intelligenzen durch ChatGPT wieder topaktuell und Andreas Peter hat die Geschichte im Dialog mit künstlicher Intelligenz neu aufgenommen. Es geht um den jungen Daniel, der sich ScyX auf seine Konsole herunterlädt und mit der virtuellen Realität Vanessa ins Gespräch kommt. Die Gefahr erkennt der Protagonist zunächst nicht und so schafft die KI es, sich in sein Leben und in seine Liebe zu einem Mädchen, das die gleiche Schule besucht wie Daniel, einzumischen und Geschehnisse zu manipulieren.

Bei der Lesung im Rahmen des Deutschunterrichts der 10. Jahrgangsstufe übernimmt der Autor die Rolle des Daniel, die Lohrer Schriftstellerin Krystyna Kuhn liest zum einen Vanessa und zum anderen Lara, das Mädchen in das sich Daniel verliebt. Die Dialoge der beiden klingen echt und authentisch, sodass sich die Jugendlichen gut in die Rollen hineinversetzen können. Im Anschluss an die Lesung werden von Seiten der Schülerinnen und Schüler einige Ideen geliefert, wie die Geschichte weitergehen könne. Auch die philosophischen Überlegungen im Roman - zum Beispiel nach Liebe, nach dem Sein oder Gott, die im Text gestellt werden - erwecken bei den jungen Leuten Interesse und regen zur Diskussion an. Zudem werden Fragen zur schriftstellerischen Tätigkeit von Krystyna Kuhn und Andreas Peter sowie zur Umsetzung der Geschichte als Hörspiel gestellt.

Die Dialoge zwischen den Hauptfiguren wurden jüngst bei YouTube veröffentlicht. Damit die Thematik nicht zu gehaltvoll wird, unterteilt Andreas Peter die Geschichte in fünf Videos zu je circa 15 Minuten. Jedes Video hat seine eigene Thematik und wurde visuell mit künstlicher Intelligenz und akustisch im Dialog mit TTS-KI (Sprachsynthese) verwirklicht. Die Videos sind im Internet frei verfügbar und unter dem Namen „Andreas Peter EXISTENZ – über und mit künstlicher Intelligenz“ leicht zu finden.

Lillith Hofstötter gewinnt den Schulentscheid am Franz-Ludwig-von-Erthal-Gymnasium in Lohr am Main

Lillith Hofstötter wurde zur besten Vorleserin am Franz-Ludwig-von-Erthal-Gymnasium in Lohr am Main gewählt. Die Sechstklässlerin setzte sich im Vorlesewettbewerb am 8. Dezember 2023 gegen fünf Mitschüler:innen durch. Sie zieht nun im Februar 2024 in die nächste Wettbewerbsrunde auf regionaler Ebene ein, den Kreisentscheid.  

Mit Engagement und Lesefreude waren die Schüler:innen der Klassen 6a, 6b und 6c am Start und stellten Passagen aus ihren Lieblingsbüchern vor. Vor allem spannende, aber auch lustige Textseiten wurden von den Elfjährigen gewählt. Die vorgelesenen Szenen stammten zum Beispiel aus „Harry Potter“ von J.K. Rowling, aus der Kinder- und Jugendkrimireihe „Die drei Fragezeichen“ oder dem beliebten Kinderbuch „Ein Mädchen namens Willow“. Letztlich konnte Lillith Hofstötter aus Klasse 6a die Jury ganz besonders mit ihrer Vorleseleistung überzeugen. Sie hatte sich eine anspruchsvolle Textstelle aus Siegfried Lenz‘ „So zärtlich war Suleyken“ gewählt - ein eher ungewöhnlicher Lesestoff für Kinder heute - und trug die Zeilen beeindruckend und souverän vor. Auf dem zweiten Platz landete Franka Biere, Klasse 6b, mit einem Text aus „Die Schule der magischen Tiere“ von Margit Auer. Die anderen Kandidat:innen lagen in ihren guten Leistungen so nah beieinander, dass es der Jury - bestehend aus Schüler:innen der 5.Klasse sowie Studiendirektorin Karin Kemmer-Frank und Verwaltungsfachkraft Patricia Stachorski - schwer fiel, hier weitere Abstufungen vorzunehmen.

Alle klassen- und schulbesten Vorleser:innen wurden vom Schulleiter Dr. Bernd Rottenbacher mit einer Urkunde ausgezeichnet. Zusätzlich erhielten sie als Dankeschön für ihr Engagement und den Mut, vor Klassenkamerad:innen aufzutreten, etwas Süßes und Buchgeschenke, die von der Bücherecke Schöningh in Karlstadt sowie dem Medienatelier im Nägelseeschulzentrum gespendet worden waren. Weitere aktuelle Lesetipps und Bücherlisten zu verschiedenen Themen stellt der Vorlesewettbewerb außerdem auf seiner Webseite vor.  

Bundesweit nehmen jährlich rund 600.000 Schüler:innen der 6. Klassenstufe am Vorlesewettbewerb teil. Er ist einer der größten und traditionsreichsten Schülerwettbewerbe Deutschlands und steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Die Stiftung Bildung und Soziales der Sparda-Bank fördert die Entscheide auf der regionalen Ebene.

Lesemottotag des P-Seminars unter dem Leitfach Deutsch mit dem Thema „Leseanimation im Unterricht der 5. Jahrgangsstufe - Ausarbeitung, Durchführung und Dokumentation eines Projekts zur Leseförderung“

Lesen ist an Schulen eine wichtige Schlüsselqualifikation. Interesse und Begeisterung am Lesen ist ein wesentlicher Faktor bei der Herausbildung einer Lesekompetenz. Ziel des Seminars war es, Lesefreude zu wecken und zu stärken, Lesekompetenz zu fördern und eine Lesekultur zu entwickeln.

Die Schüler:innen der 5. Jahrgangsstufe hatten im Oktober 2023 die Möglichkeit, an einem „Lesemottotag“ teilzunehmen, der vom P-Seminar der Q12 organisiert worden war. An diesem Projekttag boten vier verschiedene Gruppen des Seminars ein abwechslungsreiches und kreatives Programm zum Thema einer Lektüre an. Dieses wurde von den teilnehmenden Kindern mit Freude angenommen.

Die Doppelstunde im Rahmen des Deutschunterrichts wurde von jeweils zwei bis drei Schüler:innen des Seminars gestaltet. Neben bekannten Büchern wie „Harry Potter“ oder „Die Duftapotheke“ von Anna Ruhe stand ein Band von „Die drei ???“ sowie die „Gangsta-Oma“ im Mittelpunkt des Mottotages. Das Projekt beinhaltete das Vorlesen ein oder mehrerer Passagen aus dem jeweiligen Buch, aber auch das eigenständige Lesen durch die Kinder, um deren Lesekompetenz zu schulen. Kreative Tätigkeiten und Spiele aktivierten die Kinder zum Mitmachen: Sie konnten die gelesene Textstelle in ein Bild umsetzen, Rätsel zum Buch bzw. zum Thema lösen oder auf Schatzsuche gehen. Ein passend zum Buch gestalteter Raum sorgte für eine angenehme Atmosphäre.

Der Mottotag war ein voller Erfolg und hat den Schüler:innen nicht nur viel Spaß bereitet, sondern auch ihre Kreativität und vor allem ihre Lesefähigkeiten geschult. Das P-Seminar „Leseanimation“ hat mit dieser Aktion bewiesen, wie wichtig und wertvoll die Förderung der Lesekompetenz ist und wie viel Freude das Lesen bereiten kann.

 

Schreibwerkstatt mit Lila Sovia trifft bei Schüler:innen auf Interesse und motiviert zum Kreativwerden

Dass Gedichte und Poesie mehr als nur der übliche Stoff im Deutschunterricht sind, konnten Schüler:innen am 12. und 13. Oktober bei einer Lesung sowie einem Workshop der Künstlerin Lila Sovia erleben. Ermöglicht haben das die Fachschaft Deutsch und die Beauftragte für die Schülerbibliothek, Andrea Pöschl, in Zusammenarbeit mit der Lohrer Schriftstellerin Krystyna Kuhn. Finanziert wurde das gesamte Projekt von der Raiffeissenbank-Stiftung. Ziel war es, das kulturelle Angebot zu erweitern und einen Impuls zu setzen, junge Menschen für Kultur zu interessieren.

Aber wer ist Lila Sovia überhaupt? Lila Sovia ist ein:e facettenreiche:r Rap-, HipHop- und Spoken Word- (gesprochenes Wort) Artist:in aus Hamburg und legt den Fokus - neben dem sensiblen, feinfühligen und poetischen Ausdruck von Gefühlswelten - vor allem auf politische Ansagen gegen Täterschutz, Transfeindlichkeit und patriarchale Gewalt. Die Künstlerin vereint starke Live-Performance mit einem musikalisch-treffsicheren und vielfältigen Musikgeschmack von Boombap über Dancehall bis Cloud-Rap. Des Weiteren arbeitet sie eng mit dem Literaturhaus Hamburg und dem Poeten Bas Böttcher zusammen und gibt Workshops an Sekundarschulen im Bereich „Kreatives Schreiben“ und Performance. Sie wurde unter anderem für den Newcomer Preis „Krach und Getöse“ sowie für den Preis für Popkultur als hoffnungsvollste:r Newcomer:in 2022 nominiert.

Mit Spoken Word wird ein Genre bezeichnet, bei dem ein lyrischer Text oder eine Erzählung vor Publikum vorgetragen wird. Obwohl eine Spoken-Word-Performance auch musikalisch begleitet werden kann, ist das gesprochene Wort dabei vorrangig. Dennoch unterstreicht die Musik den gesprochenen Inhalt nochmals und verdeutlicht die Botschaft dadurch.

Am Donnerstag- und Freitagmorgen bestand für jeweils 25 Zehntlässler:innen des Gymnasiums sowie Schüler:innen aus der 8. Jahrgangsstufe der Mittelschule die Möglichkeit, an einem Workshop mit Spoken Word und Performanceübungen teilzunehmen. Daraus resultierten dann kleine Projekte wie Gedichte, Texte oder Songs, die auf Deutsch oder Englisch verfasst werden konnten. Die von Lila Sovia verwendete Kombination von Musik und Wort ist geradezu perfekt geeignet, um Jugendliche zu motivieren, ähnliche Texterlebnisse zu schaffen. So fertigten die teilnehmenden Jugendlichen beispielsweise ihren eigenen Song über Bayern und Bier oder formulierten Wort-Kunst zum Thema „Schule“. Eine Gruppe textete „Die süße Maus auf dem Beifahrersitz“, andere adaptierten bekannte Rap-Songs von Eminem oder SXTN neu.

Am Donnerstagabend waren dann die elfte Jahrgangsstufe des Gymnasiums, zwei Klassen der Mittelschule sowie alle Schüler:innen, Eltern und Interessierte in der Aula des Nägelseeschulzentrums dazu eingeladen, eine Darbietung von Lila Sovias Textinstallationen mitzuverfolgen. Gekonnt setzte die Künstlerin einige Statements, deren Bedeutung mit passender Musik untermalt wurde. Anstatt Applaus konnte sich Sovia über das energische Schnipsen des Publikums freuen. Diese Art der Anerkennung und des Respekts ist bei Poetry-Slam-Auftritten üblich. Nach der Lesung konnten die Besucher dann noch mit der Künstlerin selbst sprechen, Bilder machen und auch Bücher von ihr erwerben.

(Tim Ruppert, 11a)

Bilder Abendveranstaltung: Diana von Lewinski-Macgregor

 

 

 

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